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Das Land ist ein Naturparadies, in dem man sich wohl fühlen muss
Behaupten Sie besser nicht, dass Neuseeland »irgendwo bei Australien« liegt. Erstens trennen immerhin über zwei Flugstunden die beiden Landmassen, zweitens nimmt die Rivalität zwischen den beiden Völkern zwar nicht immer ernst gemeinte, doch auf jeden Fall kuriose Ausmaße an. Schlimm genug, dass ausgerechnet der Kiwi (Neuseelands Symboltier) eher vom australischen Emu als vom schon lange ausgestorbenen neuseeländischen Moa abstammen soll. Der Aussie, lästert der Kiwi (der Mensch), sei ein ungeschliffener Nachfahre englischer Strafgefangener, die 1788 den Kontinent besiedelten. Der Kiwi aber, kontert der Aussie, habe nur Angst, dass sein Inselstaat endgültig rechts unten von der Landkarte rutsche. Die noch größere Angst dabei werde sein, dass es niemand bemerken könnte.
Die Existenz am Rande des Weltgeschehens wird von den Neuseeländern mit Selbstironie hingenommen. Kiwi nennen sie sich selbst nach dem heimischen halb blinden, flugunfähigen und etwas plumpen Vogel.
Rund 45 Mio. Schafe und etwas mehr als 4 Mio. Einwohner teilen sich Nord- und Südinsel und ganz im Süden, als kleines Anhängsel, Stewart Island. Die Längenausdehnung beträgt rund 1700 km, die Fläche 268000 km² (in Deutschland sind es 357000 km²). Würde man zwischen Frankreich und Marokko entlang des Durchmessers der Erdkugel ein Loch graben, so käme man - rein theoretisch - in Neuseeland wieder an die Oberfläche. Die Antipodenstadt zu Whangarei auf der Nordinsel ist Tanger in Marokko.
Beide Hauptinseln trennt nicht nur die Meerenge Cook Strait. Ganze Welten liegen zwischen dem reicheren, dichter besiedelten Norden und dem wirtschaftlich schwachen, aber landschaftlich reizvolleren Süden. Auch die Metropole Auckland, in der statistisch fast jeder vierte Neuseeländer wohnt, befindet sich auf der Nordinsel. Ebenso wie die Hauptstadt Wellington, wenn auch am äußersten Südzipfel. Da kann die Südinsel mit den verträumten, etwas altbackenen Großstädten Dunedin und Christchurch schwer dagegenhalten.
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